Lebenslauf von Bernhard Goller

Bernhard-Goller.de - Spirituelle Erkenntnis, Erleuchtung, Satsang, Seminare und Lebensberatung


Weltlicher und spiritueller Lebenslauf von Bernhard Goller

Auf dieser Seite erzähle ich dir über meine Vergangenheit als Mensch. Stationen, durch die ich gegangen bin und Wendepunkte, die ich als Mensch durchlaufen habe.

In Wirklichkeit war ich jedoch niemals ein Mensch - zu keinem Zeitpunkt. Das war alles Illusion. Lies hier, was du und ich wirklich sind...

Ein spiritueller Weg bedeutet, dass sich Glaubenssätze und persönliche Ziele ändern

Meine persönliche Erkenntnis ist, dass wir als Menschen oft viele Gedanken haben, wie unser Leben ablaufen wird und es aber häufig ganz anders kommt, als man denkt.

Gott oder das Selbst weiß viel besser, was wichtig für uns und unsere seelische Entwicklung ist, als dass wir es für uns selbst denken.

Das ist für uns auf der menschlichen Ebene oft nicht leicht zu akzeptieren, da ein an das Leben hingegebenes Leben oft sehr viel persönlichen Wandel und Loslassen beeinhaltet. Ich musste mehrmals in meinem Leben meine Ziele wieder komplett ändern und etwas Neues anfangen. Oft hat mich das zunächst sehr geärgert, da ich oft recht gut war mit dem, was ich tat. Dann, viel später, habe ich oft erst den tieferen Sinn hinter den Wandlungen verstanden.

Am Anfang unseres jungen Erwachsenenlebens haben wir viele Vorstellungen darüber, wer wir sind, was im Leben erstrebenswert ist und wie das Leben allgemein ist.

Dann, wenn wir in unserem Entwicklungsweg weiter voran geschritten sind, erkennen wir, dass unsere Vorstellungen eben nur Vor-Stellungen waren und die Wahrheit jenseits unseres persönlichen Wissens liegt. Dieses Wissen wird uns in der Stille vom Selbst, d.h. von Gott, eingeträufelt.

Diese Veränderungen in unserer Erkenntnis passieren häuftig eher schleichend, denn abrupt. Wenn wir es aber zulassen und nach einigen Jahren in den Spiegel schauen, staunen wir, wie sehr wir uns innerlich zum Positiven verändert haben und unsere Erkenntnisse über uns Selbst, die Welt und Gott gewachsen sind.

Vor allem erkennen wir, dass das Leben es viel besser weiß als wir, was wirklich gut ist für uns.

Weltlicher und spiritueller Lebenslauf von Bernhard Goller:

Zu aller erst, ein gewöhnliches menschliches Leben...

19.05.1980: Geburt in Nürnberg

1980-1998: Gelebt als ganz normales Kind und Jugendlicher zuerst in Nürnberg bis 1983, ab dann in der Nachbarstadt Fürth

1995-1998: Durch das Lesen philosophischer Bücher, z.B. von Sokrates, Platon, Nitzsche und auch Feuerbach zusammen mit viel Wissen aus der Wissenschaft und Technik erodiert schrittweise mein Glaube an die konventielle Gottesvorstellung. Ich werde zunächst Atheist.

1996-1998: Ich entwickle Interesse für Börse und Finanzmärkte und beginne zum Spaß zu spekulieren. Das Interesse für Wirtschaft und Märkte behalte ich bis heute. Dadurch kann ich mir später auch meinen geistigen Weg finanzieren und lerne eine Menge über mich selbst und menschliche Psychologie.

1999: Abitur am Hardenberg-Gymnasium Fürth und Beginn meiner Tätigkeit als selbstständiger Gewerbetreibender im Internet. Ich verkaufe Sammelkartenspiele und Fantasyartikel im Rahmen meines Onlineshops.

2000: Gleichzeitiger Beginn eines Fernstudiums für den Dipl. Betriebswirt an der Fernuni-Hagen.

Die Erkenntnis eines Seins jenseits der Welt beginnt in meinem Bewusstsein zu dämmern und sich durchzuarbeiten...

1999-2002: Erfolgreicher Betrieb meines Online-Shops. Im Rahmen einer Veränderung meiner Persönlichkeit, die mit einer (seelischen) Krise einhergeht, verkaufe ich mein gut laufendes Geschäft an einen befreundeten Geschäftspartner und konzentriere mich vorerst auf das Studium.

Dezember 2002: Ich lerne meine künftige Frau Veronika kennen. Sie ist Au-Pair-Mädchen für eine deutsche Familie in Feucht/Nürnberg.

Oktober 2003: Ich ziehe von zuhause aus und ziehe mit Veronika zusammen nach Nürnberg. Veronika studiert BWL an der FH in Nürnberg.

Ab Sommer 2005: Meine spirituelle Suche beginnt nun bewusst zu werden. Vorher war mir nicht genau klar, warum ich eine Krise hatte, die mich gezwungen hatte, von meinem Geschäft und anderem loszulassen.
Ich frage mich zunehmend: Endet alles mit dem Tod? Gibt es im Leben keinen tieferen Sinn als Geld zu verdienen, Kinder zu bekommen und sich auf das Konsumieren von Produkten, Filmen etc. zu freuen? Vor allem der Gedanke, dass eines Tages der Tod kommen wird, belastet mich sehr.

Ich fühle zunächst eine Leere in mir, wie ein Vakuum. Dann beginne ich aktiv nach tieferen Wahrheiten zu suchen, obwohl ich vom Verstand her ziemlich skeptisch und mißtrauisch gegenüber allem eingestellt bin, was nicht 100% wissenschaftlich belegbar ist.

Dennoch lässt mir mein inneres Bedürfnis, nach dem Leben nach dem Tod zu suchen, keine Ruhe mehr.

Fortan lese ich nun viele spirituelle Bücher, um Wissen zu sammeln. Ich beginne zunächst mit psychologischen Büchern über Selbstfindung und Selbsterkenntnis, vor allem vom bekannten deutschen Psychologen Peter Lauster.

Diese Bücher eröffnen mir ein neues Denken und zeigen mir eine Menge Mechanismen auf, die ich bislang unbewusst ausgelebt habe.

Ich lerne auch, dass es, um bewusster zu werden, sehr wichtig ist, seine Gefühle und Gedanken aufmerksam in der Stille zu beobachten.

Das tue ich seitdem jeden Tag. Durch diese Selbstbeobachtung haben sich bis heute sehr viele Muster von mir abgelöst, die mich in meiner Freiheit eingeschränkt hatten. Meine Erkenntnis und meine Wahrnehmungsfähigkeit werden tiefer.

Die erste Große Selbsterkenntis geschieht: Alles ist eins und das bin ich.

Die nächsten Bücher, die mich maßgeblich beeinflussen, sind die Bücher des bekannten deutschen Esoterikers und Heilpraktikers Kurt Tepperwein.

Besonders faszinierend finde ich die Bücher, die die Zusammenhänge zwischen Körper und Geist darstellen (Beispiel). Alle Krankheiten und Beschwerden, die uns zufallen, haben eine tiefere Bedeutung. Z.B. bekommen wir bei ständigen Aggressionen oft Magenprobleme. Aber auch komplexere und vielschichtigere Krankheitsbilder haben immer eine Entsprechung im Bewusstsein.  Neben Esoterik lese ich die Bücher der alten indischen Meister: Yoganandas Autobiographie eines Yogis oder Osho.

Jahreswechsel 2004/2005: Meine alte Persönlichkeit beginnt sich schrittweise aufzulösen. Ich erkenne, dass ich immer nur geglaubt habe, zu wissen, wer ich bin und zu wissen, was Liebe ist. Nun sehe ich die Wahrheit über mich selbst und komme aus dem Staunen nicht heraus. Ich werde neugierig. Wer bin ich denn jetzt wirklich? Obwohl das Meditieren häufig anstrengend ist, weil so viel aus dem Unterbewusstsein aufsteigt, verbringe ich viel Zeit damit, tief in mich einzutauchen.

Ich fahre zu meiner Oma nach Bamberg und nutze den Freiraum dort aus, um mich 12 Tage lang fast ganztägig in einem Zimmer einzuschließen und auf die Frage zu meditieren: "Wer bin ich?".  Ich unterbreche dabei meine Meditation nur, um essen und spazieren zu gehen und spirituelle Bücher zu lesen. Insbesondere inspieriert mich: "Die geistigen Gesetze" von Kurt Tepperwein. Ein Buch, das über die Natur des Bewusstseins an sich und die Beziehungen im Kosmos beschriebener geistigen Gesetze (z.B: Polaritätsgesetz) informiert. Durch das Lesen und das anschließende Meditieren passiert ein signifikanter Durchbruch in meinem Bewusstsein: Ich erkenne mich als eins mit Gott und mit allem, was lebt. Dieses Erleben geschieht dabei in einer tranzendierende Erfahrung, in der ich auch das Gefühl habe, "zu sterben" und aus dem Körper teilweise auszutreten.

Beschleunigte Entwicklung der Persönlichkeit, vergeistigung der Lebenskraft

2005: Meine Persönlichkeit verändert sich jetzt mit größerer Geschwindigkeit. Kurz nach meinem Erlebnis werde ich Vegetarier, da es keinen Sinn mehr für mich macht, mir selbst in den Tieren weiteres Leid zuzufügen.

Herbst 2005: Nachdem ich soviel über die indischen Meister und ihre asketischen Wege gelesen habe, mache ich mir viele Gedanken über die kosmische Lebenskraft, Spiritualität und Sexualität.

Welche Rolle und welche Funktion übernimmt die Sexualität auf dem geistigen Weg? Warum haben so viele spirituelle Lehrer asketisch gelebt?

Ist Sexualität gar ein Weg zu Gott? Ich suche nach Büchern, die sich mit dem Thema ernsthaft auseinandersetzen und werde aber nur schwer fündig. Die meisten Bücher in den Buchgeschäften beschäftigen sich damit, wie man Sex genießen kann, aber nicht oder nicht ausreichend mit dem tieferen Mysterium der kreativen Energie, die die Ursache des Lebens, die kosmische Essenz und auch der Ekstase ist.

Nach einiger Zeit finde ich das Buch "Der erleuchtete Eros" von Aba Aziz Makaja. Makaja ist Führer einer spirituellen Gemeinschaft in Kroatien (Komaja), die sich der Vergeistigung der menschlichen Sexualität verschrieben hat. Mir gefällt das Buch sehr gut, denn es enthält viele Wahrheiten über den Menschen und seine Sexualität. Veronika und ich wollen die Gemeinschaft demnächst einmal besuchen. Im Moment befinden wir aber, dass es noch zu früh dafür ist.

Ende 2005: Wir beschließen, einige der Techniken aus dem Buch von Makaja anzuwenden und leben jetzt fast 2 Jahre in praktisch kompletter sexueller Abstinenz.

Wir erleben -wie versprochen- einen enormen Anstieg der spirituellen Energie und eine enorme Bewusstmachung der menschlichen Sexualität. Ich muss aber spirituelle Übungen wie Pranayama machen, um mit der vielen Energie zurechtzukommen. Meine spirituelle Wahrnehmungsfähigkeit erweitert sich und bei Veronika kommt es immer zur Entfaltung ihrer künstlerischen Kreativität. Eine Transformation von Energie auf eine höhere Ebene hat sich eingesetzt.

Fortan machen wir zwar wieder Liebe, aber zunehmend mit einem anderen Fokus und Ausrichtung auf die überpersönliche Liebe, anstatt auf die sinnliche Befriediung des Ego und mit Technikem zum Zurückhalten bzw. Aufsparen der spirituellen Energie. Nach meiner Meinung hilft eine Bewusstmachung und ein achtsamer Umgang mit der sexuellen Energie sehr auf dem spirituellen Weg. Sinnliche Genüße dürfen da sein, sollten aber - wenn möglich - immer von Liebe und Mitgefühl mit allem Leben im zwischenmenschlichen Miteinander dominiert werden.

Die Erfahrung, dass es Reinkarnation gibt lässt mich Abstand davon nehmen, mich auf rein weltliche Ziele auszurichten

Sommer 2006: Ich nehme an einem zweiwöchigen Ausbildungsseminar zum Lebensberater von und mit Kurt Tepperwein in der Schweiz teil. Dort sind sehr viele spirituell ausgerichtete Leute auf einem Fleck zugegen. Durch die hohe Schwingung, bzw. das erhöhte Bewusstsein all dieser Leute um mich herum erweitert sich mein Bewusstsein spürbar. Einige dieser Leute sind auch heute noch meine guten Freunde und wir arbeiten spirituell zusammen. Das Seminar ist sehr interessant für mich, ich nehme an einer Rückführung teil und erlebe, dass ich bereits in einem früheren Leben schon einmal gelebt habe. Ich kann sogar meinen eigenen Tod miterleben und dass ich danach, nach dem Ableben meines Körpers, immer noch am Leben war. Ich sah auch, dass ich einige der Leute - insbesondere meine Freunde-, die auf dem Seminar waren, bereits aus früheren Leben kannte. Sie waren damals natürlich andere Menschen, aber ihre Seele war dieselbse. Die Rückführung war das stärkste Erlebnis, dass ich in diesen Tagen hatte und mein erstes persönliches Erlebnis, dass der Tod nicht wirklich real ist.

Herbst 2006: Meine Erlebnisse stürzen mich erneut in eine persönliche Krise. Mit dem Wissen, dass der Tod nicht real ist, gewinnt mein Leben eine neue Perspektive und ich kann mich beim besten willen nicht mehr so verhalten, als würde ich nur einmal Leben. Ich werde noch spiritueller...

Früjahr 2007-2009: Wir (ich und meine Frau) fühlen uns bereit, die Komaja Gemeinschaft zu besuchen. Fortan werden wir zwar keine Mitglieder werden, aber sehr häufig zu Besuch kommen und von Makaja und seinen Schülern lernen. Wir erleben dort eine überpersönliche Liebe, die von den Leuten ausgestrahlt wird. So etwas haben wir in der gewöhnlichen Gesellschaft bislang nicht erlebt. Das inspiriert uns sehr, es hat etwas vom neuen Paradigma, der zukünftigen Menschheit bzw. der wahren Energie des Menschseins. Da Makaja zwar sehr dominant, aber in vielem sehr bewusst ist, können wir auch für unseren Weg zur Erleuchtung und über Spiritualität und Sexualität eine Menge lernen.

Das polyamorische Lebensmodell (Gruppenehe) der Komajas schauen wir uns in dieser Zeit genau an ohne selbst teilzunehmen. Wir wollen wissen, ob der Mensch bzw. wir wirklich auch so sind oder nicht. Nach mehreren Jahren des intensiven Beobachtens erkennen wir, dass auch in dieser Gemeinschaft nach unserem Erkennen und unserer Meinung das nicht funktioniert, wie propagiert und es möglicherweise generell so ist, dass der Mensch auf seelischer Ebene nicht polyamorisch ist, sondern (zunächst) nur auf der körperlichen Ebene. Später, als unsere Selbsterkenntnis noch mehr reifte, wurde die in Sex und Partnerschaft gesuchte Liebe und Ekstase immer mehr als in mir selbst als das Bewusstsein bereits autonom vorhanden erkannt und wahrgenommen.

Ich gehe mit meinen Erkenntnissen erstmals nach Außen, Entwicklung von spirituellen Fähigkeiten

2009: Ich gründe zusammen mit meiner Frau Veronika und mit Freunden das Erde-und-Geist-Projekt. Von nun an, wird die Seite in kleinen Schritten immer mehr mit Inhalten gefüllt und wir veranstalten hin- und wieder Treffen, Fahrten und Gesprächsabende.

2009 mache ich die Bekanntschaft mit unseren Freundinnen und Reiki-Lehrerinnen Karin und Kerstin. In den Folgejahren lernen wir Reiki bis zum Meistergrad.

Wir machen auch andere esoterisch-spirituelle Seminare und Kurse durch wie EMF, Familienstellen, Kartenlegen etc. Dadurch wurden wir allmählich sehr viel feinfühliger und entwickelten spirituelle Fähigkeiten wie Pranabewusstsein (Prana ist die Lebensenergie) in uns und anderen, Fernwahrnehmungen, "Ablesen der Gefühlsaura", Erkenntnis des Wunsches, des Seelenweges und Bewusstseinsgrades anderer Menschen usw. und stärkten allgemein die weibliche, intuitive und empfängliche Seite in uns.

2010-2011: Meine Suche nach der Erleuchtung führt mich zu einem weiteren Meister. Ich lerne Guruji Sri Vast kennen. Er ist Inder, hat eine Gemeinschaft und reist in den Sommermonaten quer durch Europa und nach Amerika. Sri Vast proklamiert eine Rückkehr zur Natur, den indischen "Way of Life" und das Paradigma "Love, Care and Share". Ich lerne einiges von Guruji Sri Vast. Auf meinem Weg zur Erleuchtung erkenne ich aber schließlich für mich selbst, dass Befreiung nicht darin liegt, eine perfekte Welt für den Menschen zu erstellen. Es ist auch nicht zwingend erforderlich, perfekt im Einklang mit der Natur zu leben. Obwohl das alles gut für den Menschen ist, liegt für mich wirkliche Befreiung vor allem in der Erkenntnis der eigenen Einheit mit Gott, der jenseits aller Welten liegt.

Schrittweises Eintreten in das erwachte Bewusstsein - jenseits der Welt

Essentiell ist, sein Bewusstsein auszudehnen, auf das Selbst, das kein Gegenteil hat. Alles bin ich, inklusive allem Negativen, was vorstellbar ist, und gleichzeitig bin ich doch jenseits von allem... Die Liebe ist keine Vor-Stellung, sondern eine völlige Akzeptanz von dem, was ist. Ich setze mich in diesem Zusammenhang auch mit dem schwierigen Thema "Privateigentum" auseinander. Ist es Ego bzw. Abtrennung, etwas persönlich besitzen zu wollen? Es war damals für mich eine wirklich sehr schwierige Meditation, bis ich erkannt hatte, dass es auch in einer perfekten Welt weiterhin ein Privateigentum geben soll und darf. Es ist ein Ausdruck der Individualität des Menschen. Freilich, in unserer modernen Welt hat das Eigentum einen viel zu hohen Stellenwert. Aus der Sicht des Selbst ist jedoch alles immer so ok, wie es gerade ist.

Ende 2011: Ich erkenne immer mehr, dass seelische Erfüllung nicht in der Welt erreicht werden kann. Ich beschließe in meinem Herzen, nun alles weltliche Streben aufzugeben und nach dem transzendentalen Gott, der das Selbst ist, zu suchen. Meine Suche führt mich und Veronika alsbald zu einer 5-monatigen Reise durch das alte Indien.

 Von Dezember 2011 bis Mai 2012 halte ich mich in Indien auf und studiere dort die alte Weisheitslehre des Advaita Vedanta, der Nicht-Dualitätslehre. Meine Reise führt mich auch nach Tiruvannamalai, wo Ramana Maharshi -der große indische Weisheitslehrer - am Fuße des heiligen Berges Arunachala lebte und lehrte. Uns inspirierte neben dem alten Wissen aus Indien auch das Land und die Leute an sich sehr. In Indien gibt es noch heute einen sehr starken Gemeinschaftsgeist und wir fühlten uns häufig ganz in die Liebe der Menschen eingebettet.

In Indien erfahre ich zum ersten Mal das Bewusstsein völlig jenseits der Welt. Vorher war zwar bereits alles eins für mich, doch nun erkenne ich auch, dass alles nichts ist, bzw. dass das Selbst keine Form hat, aber alle Formen beeinhaltet. Es gibt nichts außer das Selbst. Kein ich, kein du, keine Welt usw. Alles ist immer nur das Selbst und es gibt kein zweites.

Wir fahren noch weiter durch Indien und haben ganz tolle weltliche und spirituelle Erfahrungen. Nach 5 monatiger Reise kehren wir wieder nach Deutschland zurück.

Mai 2012: Nachdem wir wieder zuhause sind, haben wir zunächst Riesenprobleme, uns wieder an Deutschland zu gewöhnen. Wir sind auch erschlagen von dem großen Luxus, in dem wir Westler hier zuhause leben. In Indien war alles eher bescheiden. Auf jeden Fall kein Vergleich zu Deutschland. Auf jeden Fall waren wir in Indien nicht unglücklicher als zuhause... Wir haben jetzt keine Ahnung, wie unser Leben hier in Deutschland weiter funktionieren soll. Die alten sind wir nicht mehr, aber Deutschland ist sehr anders im Vergleich zu Indien. Die Spiritualität hat im Osten einen anderen Stellenwert, sie ist gesellschaftlich auch mehr anerkannt. Wir gewöhnen uns langsam wieder an den Alltag, aber wir versuchen auch, uns allmählich eine neue Realität für uns zu erschaffen. Wir wollen sozusagen Indien nach Deutschland bringen und etwas komplett neues erschaffen. Wie das funktionieren soll, wissen wir allerdings noch nicht. Da ich dem Erwachen zwar näher gekommen bin, aber noch nicht dort bin, lese ich weiter spirituelle Bücher und schreibe an meinen Homepages weiter. Ich plane auch weiterhin spirituelle Meister aufzusuchen, denn neben der Stille sind lebende Meister die größte Hilfe auf dem Weg.

September 2012: Sri Tathata, ein indischer Heiliger, kommt nach Nürnberg. Wir kennen ihn schon und nehmen eigentlich immer an seinen öffentlichen Veranstaltungen in Nürnberg teil. Auch dieses Mal sind wir dabei und machen einen großen Sprung vorwärts im Bewusstsein. Kurz nach seinem Besuch, fliegen wir nach Russland zur Veronikas Eltern. Dies ist wieder ein sehr starker Kontrast. Durch den Aufenthalt dort und das Zusammensein mit Nikas Eltern und Geschwistern und ihrem Denken, gelingt es uns viele Identifikationen mit unserer Vergangenheit loszulassen. Ich bin der Erleuchtung einen weiteren Schritt näher gekommen.

Dezember 2012: Am 6.12.2012 erkenne ich mich jenseits der Identifikation als das wahre Selbst. Ich erkenne, dass ich schon immer das Selbst war. Nichts ist neu, alles ist immer schon da. Ich fange zum Lachen an und kann mich nicht mehr stoppen...

Vom Erwachen (=Erkenntnis des wahren Selbst) zu Moksha (=Ununterbrochenes Verweilen im Selbst)

Jahr 2013: Mir wird der Unterschied zwischen Erwachen und Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod bewusst. Beim Erwachen erkennen wir wieder, dass wir wahrlich Gott sind. Unsterbliches Bewusstsein, das alles enthält und gleichzeitig jenseits von allem existiert. Selbst-Autonom. Doch wir kehren wieder in die menschliche Erfahrung zurück, da noch Wünsche nach der Dualität im Unterbewusstsein der Seele vorhanden sind.

Dennoch wissen wir, das wir keine Menschen sind und erleben daher auch das Menschsein aus einer völlig anderen Perspektive. Das Erwachen eröffnet uns die Möglichkeit, zur Befreiung bzw. zu Moksha weiterzugehen. Die Befreiung aus dem Kreislauf von Geburt und Tod zu erreichen ändert nichts mehr an der Selbsterkenntnis.

Eine höhere Selbsterkenntnis als beim Erwachen "ich bin Gott, ich bin alles und nichts" gibt es nicht.
Befreiung ist daher vielmehr eine Vertiefung der Erleuchtung und das Tilgen aller menschlichen Wünsche so dass der Verstand wieder dauerhaft in das Selbst eintauchen und dort ruhen kann.

Mit dem Verschwinden der illusionären Wünsche tauchen wir immer mehr in einen Frieden und in eine Freude ein, die nicht von dieser Welt ist. Diese Freude ist selbstautonom, dauerhaft, frei von jeder Art von Leid, und unabhängig von weltlichen Zuständen wie "genug zu Essen" oder "Schmerzfreiheit des Körpers" , "von anderen geliebt werden" usw.

Sie ist das höchste und schönste was es gibt und das einzige was uns wirklich dauerhaft zufrieden stellen kann. Die Mystiker aller Zeiten haben nicht zu viel versprochen, wenn sie behaupteten "Gott alleine genügt".

Ramana Maharshi, der berühmte indische Weise und Mystiker beschreibt den Zustand der Wunschlosigkeit wie folgt:

„Wunschlosigkeit ist Weisheit. Den Geist keinerlei Objekten zuzuwenden, bedeutet Wunschlosigkeit. Weisheit ist, ein Objekt gar nicht erst entstehen zu lassen. Mit anderen Worten: die Weigerung, etwas anderes als das Selbst zu suchen, ist Nicht-Anhaftung oder Wunschlosigkeit; das Selbst gar nicht erst zu verlassen, ist Weisheit.“
- Sri Ramana Maharshi