Spiritualität und Erleuchtung

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Spiritualität und Erleuchtung

 

Erleuchtung in Kürze und mit Hilfe eines bekannten Hollywood-Films erklärt:

Kennst Du den Film „Little Buddha“ mit Keanu Reeves aus dem Jahr 1993?

In dem Film findet sich eine 10 minütige Sequenz, die Buddhas (Siddhartha Gautama) Erleuchtung in Kürze zeigt.

Ich halte diese Darstellung für sehr wertvoll, da sie auf symbolische Art und Weise zeigt, in welchen Stufen der Weg zur ewigen Glückseligkeit und Freiheit von aller Angst und Leid geht.

Anscheinend haben Mönche bei der Erstellung der Szene mitgewirkt und Gott hat die Filmemacher bewusst oder unbewusst geführt. Definitiv ist die Darstellung exzellent gemacht.

Ich kenne keine bessere audio-visuelle Darstellung der Erleuchtung, die so komprimiert eigentlich alles Wichtige zeigt!

 

„Little Buddha:“

Die Darstellung im Film über Buddhas Erleuchtungt kannst Du abrufen, wenn Du dir den Film kaufst oder ausleihst.

Ich möchte in Kürze diese Erleuchtungsfilmsequenz beschreiben und erklären. Ich nehme dabei die Erkenntnisse aus meinem eigenen spirituellen Weg zu Hilfe.

 

Buddhas Erleuchtung in mehreren abfolgenden Sequenzen erklärt:

1.      Szene „Tanz der Mädchen“:  

Beschreibung der Szene:
Buddha meditiert unter einem Baum. 5 Mädchen kommen. Sie sind die Töchter Maras, des Fürsten der Finsternis.
Im Film werden sie als die Verkörperungen der fünf dunklen Eigenschaften Stolz, Gier, Furcht, Ignoranz, Begehren dargestellt, obwohl sie nach außen hin  
sehr unschuldig wirken. Sie versuchen Siddhartha von seiner Suche nach Erleuchtung abzulenken und tanzen etc. vor dem meditierenden Buddha.

Erklärung:
Die 5 Mädchen stehen im weiteren Sinne für die 5 nach außen gerichteten Sinne. Sehen, Hören, Schmecken, Fühlen, Riechen.

 

Die erste Hürde auf dem Weg zur Erleuchtung ist tatsächlich eine der größten.

Vor unseren Augen und Sinnen findet laufend ein Schauspiel von Sinneseindrücken statt. Manche davon sind angenehm, andere unangenehm.

Die meisten Menschen lassen sich von diesem Schauspiel so sehr einfangen, dass sie NIEMALS in die Stille gehen und etwas von ihrem wahren Selbst erfahren.

Sie sind so sehr mit der Welt und dem bunten Schauspiel beschäftigt, dass sie von der Suche nach Wahrheit völlig abgelenkt sind und sterben, ohne jemals von ihrer Göttlichkeit

etwas erfahren zu haben, geschweige denn diese verwirklicht zu haben. Ein Zenmeister beschreibt das so: Den Diamanten in ihrer Hand werfen sie weg (das schöne innere Selbst), um den Kieselstein (das Belanglose) aufzunehmen.

Das Überwinden der ersten Hürde ist daher Zeit und Raum zu finden, um nach innen zu gehen. In der Stille zu sitzen und Gedanken und Gefühle einfach zu beobachten.

Wenn das geschieht, gehen wir wie Buddha in die zweite Phase der Suche nach Gott über.

 

2.     Szene „Konfrontation mit dem Schatten“

 

Beschreibung der Szene:
Der Wechsel zur 2. Szene deutet sich durch einen Wechsel der Musik an. Buddha sitzt umringt von den 5 Töchtern von Mara. Nun richtet Buddha seinen Blick auf eine Wasserpfütze auf dem Boden und sieht sein Spiegelbild,
das sich in das Bild von Mara verwandelt. Aus dem Wasser taucht Mara nun in Person auf. Der Himmel verdunkelt sich und die Töchter Maras verschwinden. Die Musik wird bedrohlich. Buddha bleibt ruhig und gelassen und

beobachtet weiter. Nun sehen wir Buddha sitzend, während das Meer um ihm herum aufschäumt. Feuerbälle fliegen auf ihn zu, treffen ihn aber nie wirklich. Nun wechselt die Szene erneut. Eine gewaltige und sehr bedrohlich aussehende

Armee marschiert auf Buddha zu und greift ihn schließlich mit in Brand gesteckten Pfeilen an. Die brennenden Pfeile fliegen auf Gautama Buddha zu und verwandeln sich im Flug aber in herunterfallende Blüten. Die Musik ändert sich erneut und

wird sehr friedlich. Es ist ganz still und ruhig.

 

Erklärung:

Wenn wir unsere Aufmerksamkeit von den Sinnen erfolgreich abgezogen haben, gehen wir tiefer ins Bewusstsein hinein. Dort konfrontieren wir den Schatten bzw. unsere falsche Identität als Ego.

Im Film wird dies gezeigt durch die spiegelnde Wasserpfütze (der Spiegel des Bewusstseins), wo aus der Tiefe (das Unterbewusstsein) Mara oder das Ego auftaucht.

Das Ego ist ein falsches Bild von uns, was nicht der Wirklichkeit entspricht. Das wird später im Film auch noch gezeigt.

Die Konfrontation mit unserem Ego und seinen Ängsten wird durch die dunkle Atmosphäre (Angst), das aufbrausende Meer (die aufwallenden Gefühle), die Feuerbälle und die angreifende Armee gezeigt (Todesangst/primäre Identifikation).

Niemals kann uns wirklich etwas passieren, denn wir sind niemals – zu keinem Zeitpunkt – das sterbliche und vergängliche Ego, mit dem wir uns identifizieren und das wir erfahren. Nur zu diesem Zeitpunkt, wo wir das Unterbewusstsein konfrontieren, wissen

das eben bewusst noch nicht und müssen in der Meditation etc. standhaft bleiben.

 

Wenn man durch die tiefste Todesangst hindurchgeht, kommt der erste große Sieg: Das spirituelle Erwachen oder die Erkenntnis des wahren Selbst.

 

Dargestellt durch die aufkommende Stille und die positive Musik im Film.

 

3.     Szene (spirituelles ERWACHEN und anschließend MOKSHA (=Austritt aus dem Kreis des wiederkehrenden Todes)):

 

Beschreibung der Szene:

Nach dem Kampf mit den Ängsten sitzt Buddha jetzt still in einer friedlichen Atmosphäre und blickt auf das Wasser am Boden. Das Wasser ist jetzt ganz ruhig geworden, der Vollmond spiegelt sich im Wasser und Buddha kann sein Spiegelbild nun auch klar sehen.

Der Kommentator spricht davon, dass es scheint, als wenn Mara (= das Ego) nun besiegt ist, was aber noch nicht ganz der Fall ist. Buddha nimmt seine Hand und berührt das Wasser. Nun zieht er sich selbst „als Kopie“ direkt aus dem Wasser. Nun sitzen sich Buddha und

eine exakte Kopie von ihm spiegelbildlich direkt und fleischlich in der physischen Welt gegenüber. Die Kopie spricht zu Buddha: „ Der du wagst dorthin zu gehen, wohin niemand geht, willst du mein Gott sein?“.  Buddha antwortet: „Architekt, endlich treffe ich dich,

du wirst dein Haus nicht wieder aufrichten.“  Die Kopie antwortet: „Aber ich bin dein Haus und du lebst in mir“.  Buddha erkennt aber die Kopie als eine Projektion seines Egos und spricht dem Ego seine Existenz endgültig ab.  Nun verwandelt sich die Kopie

in Mara, den Lord der Finsternis, der nun endgültig besiegt ist und sich auflöst. Buddha erstrahlt nun im übernatürlichen Licht eines Heiligen und löst sich anschließend auch auf.

 

Erklärung:

Diese Szene ist hochspirituell und zeigt auf symbolische Art und Weise zuerst das spirituelle Erwachen („Das Erwachen“) und dann den spirituellen Aufstieg („Moksha oder Befreiung) bzw. den Austritt aus dem Kreislauf der Wiedergeburten.

Gehen wir die Szene Schritt für Schritt durch:

A)     Die friedliche Atmosphäre zeigt, dass Buddha bereits die Ängste, die mit der Identifikation mit dem Ego verbunden sind,  überwunden hat und damit die Identifikation mit dem Ego. 
Dadurch kann der Verstand erstmalig völlig ruhig werden, was durch das klare und stille Wasser angedeutet wird.

B)      Im Wasser spiegelt sich der Vollmond. Dieser steht für die volle Befreitheit der weiblichen Energie= der empfangenden Energie (der Mond reflektiert die Sonne, die die aussendende Energie ist).

Solange der Verstand unruhig ist, ist das Wasser (=die Seele bzw. das Gemüt) unruhig und der Mond ist nicht klar sichtbar.
Nur wenn der Verstand (bzw. symbolisch hier das Wasser) zur Ruhe kommt und das Wasser (das Gemüt) nicht mehr aufpeitscht, ist die Weiblichkeit voll befreit und der Mond kann sich im Wasser spiegeln. 

C)      Da der Verstand nun ruhig ist und die Empfangsbereitschaft hergestellt ist, kann das wahre Selbst ERKANNT werden. Das zeigt sich im Film dadurch, dass Buddha sein Spiegelbild klar sehen kann bzw. überhaupt sich selbst sehen kann ÜBER das Spiegelbild.

Das erste Mal überhaupt erkennt man sein wahres Selbst, das folgende Eigenschaften hat (nicht dargestellt im Film, da nicht möglich):

1.       Es ist reines Bewusstsein;  nicht der begrenzte Verstand und auch nicht materiell. (Nur am Ende indirekt dargestellt im Film durch die Auflösung von Buddhas Körper.)

2.       Es ist keine individuelle Seele bzw. kein Objekt in etwas anderem.

3.       Es hat keine speziellen Eigenschaften und beinhaltet doch alle Eigenschaften.

4.       Alles was (scheinbar) ist, bin auch ich. / Dargestellt dadurch, dass die Kopie auch wie Buddha aussieht.

5.       Es gibt nichts außer dem wahren Selbst. Alles bin ich. Alles ist eins.

6.       Alles ist nicht wirklich und doch ist immer alles da.

7.       Es ist unvergänglich und wird von nichts berührt.

8.       Es kann nicht verletzt oder zerstört werden.

9.       Es ist immer genau gleich und ändert sich nie.

10.   Es ist allumfassend und ohne Anfang und Ende.

11.   Es ist schon immer dagewesen und war schon immer meine wahre Identität. Ich war niemals etwas anderes.

 

D)     Durch die Selbsterkenntnis erkennt man sich selbst in allem was ist. ALLES IST EINS. Das wird dargestellt dadurch, dass aus dem Wasser die Kopie Buddhas aufsteigt. 
Was nun im letzten Abschnitt geschieht, sind nur die Auflösung der Erfahrungsebene selbst und das Verlöschen des Ichs im Bewusstsein bzw. die Aufhebung der Dualität.

Abgrenzung des spirituellen Erwachsens von dem Austritt aus dem Kreislauf von Geburt und Tod („Moksha“):


Durch das spirituelle Erwachen (die Erkenntnis, wer ich wirklich bin,) weiß man bereits, wer man ist, aber man erfährt gleichzeitig noch das Menschsein. Erwachen ist das Durchbrechen

der Illusion auf der WISSENSEBENE.

Es ist wie ein Wachtraum. Ein Traum, in dem man weiß, dass man träumt, aber halt noch träumt. Man steht jedoch stets mit einem Bein in seiner Wirklichkeit (reines Bewusstsein, unbegrenzt von Form) und mit dem
anderen Teil erfährt man begrenztes Menschsein im Traum. Weiß aber immer und zu jeder Zeit, dass man nur träumt und wer man in Wirklichkeit wirklich ist. Und man kann den Verstand „von außen“ sehen.

 

Zu träumen ist aber natürlich nicht das Gleiche wie vollkommen aufgewacht zu sein, auch dann nicht, wenn man luzide träumt.  Dennoch wollen die meisten Erwachten nach meiner Beobachtung auf dieser Ebene stehen bleiben.

 

Jedoch ist für den wahren Gottsucher noch ein letzter Schritt zu gehen.

 

Er muss allen Wünschen nach dem Traum entsagen und den Traum beenden wollen, um völlig und endgültig aufwachen zu können. Solange noch Wünsche da sind ist der Weg zu Gott noch nicht zu Ende.

 

Alle Wünsche sind nur geträumt. So auch sogar der Wunsch, Gott in seiner eigenen Welt zu sein. In Wirklichkeit ist da nur Gott und sonst nichts. Keine getrennte Welt und kein abgetrenntes Ich. Gott hat bereits alles.

 

Daher entsagt Buddha im Film dem Vorschlag des Architekten (der sein eigenes geträumtes Ego ist) und entschließt sich völlig aufzuwachen. Die Dualität löst sich auf, und damit der Erfahrende und die Erfahrung.

 

Daher ist Moksha der zweite Teil des Erwachens, wo nun auch auf der ERFAHRUNGSEBENE das individuelle Sein beendet wird und anstelle dessen die Erfahrung Gottes dauerhaft „in der Reinform“ als reines Bewusstsein und pure Glückseligkeit tritt.


Wünsche sind in Wirklichkeit nämlich nur ein Mangelbewusstsein. Es ist die Illusion, dass jetzt etwas nicht hier ist. Eine Täuschung, die nur aus der Sichtweise des geträumten Egos so erscheint, das so scheinbar in Zeit und Raum gefangen ist.

 

Warum bleiben Erleuchtete in der Erfahrung anderer Menschen noch hier auf dieser Welt?

 

Dass der Erleuchtete aus der Sicht anderer Menschen noch immer hier als Mensch begrenzt erscheint – auch nach seiner eigenen Auflösung –, hat folgenden Grund: Alles ist Gott und Gottes Traum ist „kollektiv“. Alles ist immer hier.

Ein Teil Gottes träumt noch, ein Teil ist bereits erwacht.

Daher erscheint für den träumenden (=projizierenden = zu sehen, was nicht ist) Teil Gottes der Erleuchtete als „Tuer“ und materiell präsent, obwohl aus der Sicht des Erleuchteten selbst niemand mehr präsent ist und die Auflösung in Gott (den völlig aufgewachten Gott) vollzogen ist.

Der chinesische Meister Laotse drückt den nur scheinbaren Widerspruch so aus: „Das Sein tut nicht und hat keine Absichten. Der Erleuchtete tut nicht und dennoch bleibt nichts ungetan“.

Im Film wird die völlige Auflösung ins reine Bewusstsein durch Wunschlosigkeit angezeigt dadurch, dass sich auch Buddha selbst am Ende ins Nichts auflöst.

 Der Kreis schließt sich und der Traum des abgetrennten Egos endet.